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July 21 2017

Aislinnohar

Gefahr, drohende

Die bayerische CSU hat einen neuen Rechtsbegriff erfunden, die → drohende G. Der Bayerische Landtag hat gerade ein „Gesetz zur effektiveren Überwachung gefährlicher Personen“ beschlossen. Das erlaubt der Polizei künftig, Wohnungen zu durchsuchen oder Menschen ins Gefängnis zu stecken, wenn die Polizei der Meinung ist, dass von diesen Menschen „in absehbarer Zeit“ Gewalttaten zu erwarten seien – von ihnen also irgendwann irgendeine G. droht. Das klingt gefährlich und so, als würde diese G. gleich über alle hereinbrechen. Aber dieser Eindruck ist falsch. Rechtlich ist die → drohende G. viel ungefährlicher als die sogenannte konkrete G., die bislang in den entsprechenden Polizeigesetzen steht. Denn konkret bedeutet nach den Buchstaben des Gesetzes, dass es wirklich Hinweise darauf geben muss, dass gleich etwas passiert. Beispielsweise weil jemand in einem Ausbildungslager von Terroristen war und nun in Briefen an seine Freunde ankündigt, dass er am kommenden Donnerstag etwas in die Luft sprengen wird.
Eine → drohende G. ist sehr viel weniger bedrohlich. Das legt schon der alltägliche Umgang mit dem Begriff nahe. Den Menschen drohen mannigfache Gefahren, sobald sie aus dem Haus gehen. Und sogar im eigenen Bett droht ihnen noch eine ganze Menge, sogar der Tod. Was jedoch nichts darüber aussagt, ob dieser einen wirklich demnächst ereilen wird. Ähnlich ist es mit dem neuen bayerischen Polizeigesetz. Dem genügt es, wenn die „konkrete Wahrscheinlichkeit begründet ist, wonach in absehbarer Zeit Gewalttaten von erheblicher Intensität oder Auswirkung zu erwarten sind“. Somit wird aus der → konkreten G. nur noch eine „konkrete Wahrscheinlichkeit“. Der CSU-Politiker Florian Hermann sagte dazu im Landtag: „Vorsicht ist besser als Nachsicht.“
Doch damit entfernt sich die staatliche Gewalt immer weiter von Tätern und Taten und bewegt sich immer tiefer hinein in den Raum der Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten. Wer einmal Lotto oder Roulette gespielt hat weiß, wie tückisch dieser Raum ist und wie schnell man mit einer Beurteilung aufgrund von Annahmen daneben liegen kann. Jemanden ins Gefängnis zu bringen, nur weil man glaubt, dass er irgendwann etwas vorhaben könnte, ist staatliche Willkür. Noch dazu weil dieser im Gesetz vorgesehene Unterbindungsgewahrsam praktisch unbegrenzt verlängert werden darf – ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren und einen Verteidiger. Und allein schon die verharmlosenden Wortwahl zeigt, dass diese willkürliche Staatsgewalt verschleiert werden soll. Der Jurist Martin Heidebach von der Ludwigs-Maximilia-Universität München findet denn auch, dass das Gesetz gegen die Verfassung verstößt. Er schreibt, diese „Änderung der polizeilichen Generalklausel“ werde „zu einer massiven Verschiebung der Tektonik von Freiheit und Sicherheit führen – zulasten der Freiheit.“
Und der Jurist und Journalist Heribert Prantl schreibt, das Gesetz sei „eine Schande für einen Rechtsstaat“. „Das alles ist eigentlich unvorstellbar; bei diesem Gesetz ‘zur Überwachung gefährlicher Personen‘ denkt man an Guantanamo, Erdogan oder die Entrechtsstaatlichung in Polen. (…) Die CSU sollte sich schämen.“
https://neusprech.org/drohende-gefahr/ ;
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Aislinnohar

July 20 2017

Aislinnohar
Like music along the way...
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Aislinnohar
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Aislinnohar
At least they tried m)
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Aislinnohar
Das G20-Wimmelbild: Pfefferspray gegen Presse, stolpernde Polizisten und ein Mann mit Spülkastenrucksack & Klobürste

https://twitter.com/metronaut/status/887356262584918016
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July 18 2017

Aislinnohar

Metaphern, Abstraktion und Künstliche Intelligenz

"der "Euro-Rettungsschirm" , eine recht neue Wortschöpfung. "Das weckt die Assoziation, dass man einen Staat schützt, der unverschuldet in ein Unwetter geraten ist." Ganz anders der englische Begriff bail out , der so viel wie "heraushauen", aber auch "auf Kaution aus dem Gefängnis holen" bedeutet. Er legt nahe, dass der von der Pleite bedrohte Staat selbst an seiner misslichen Lage schuld, womöglich gar kriminell sei." [...]                       

...die Metapher als Entwicklungshelfer der menschlichen Intelligenz.  [...]

"Sprache ermöglicht eine unendliche Kreativität. Sie ist wie ein Motor fürs Denken", sagt Boroditsky. Der Linguist Stephen Levinson vom Max-Planck-Institut (MPI) für Psycholinguistik in Nijmegen vergleicht Wörter mit "Bausteinen" für komplizierte Gedankengänge. Schon kurze Wörter könnten komplexe Ideen enthalten, baue man sie zusammen, könne man über noch komplexere Dinge nachdenken.

Dreht man diese Logik um, ergeben sich interessante Fragen. Wenn es bestimmte Bausteine nicht gibt, können manche Gedanken dann vielleicht gar nicht erst entstehen? George Orwell spielte mit dieser Idee in seinem Roman 1984 : Ein totalitärer Staat versucht durch Sprachmanipulation, das Denken der Bevölkerung zu kontrollieren. Die Menschen sollen nicht einmal an Aufstand denken können, weil ihnen die Worte dazu fehlen. Orwell selbst war von der Macht der Worte überzeugt: "Wenn das Denken die Sprache korrumpiert, korrumpiert die Sprache auch das Denken." Auch manche Linguisten vertreten diese These. Die Mehrheit jedoch sieht es differenzierter..."

"Metaphern haben gerade durch die Emotionen, die sie hervorrufen, einen großen Effekt. Das wurde aber bisher kaum untersucht." Bergen dokumentiert deshalb die Mimik seiner Probanden bis zum kleinsten Zucken des Mundwinkels: Reagieren Menschen tatsächlich mit Ekel auf Unmoralisches, wie es die Metapher "Unmoral gleich Schmutz" nahelegt? "Das ist auch für die Grundlagenforschung interessant", sagt Bergen. Es wäre ein weiterer Beleg dafür, dass Metaphern menschliche Grunderfahrungen destillieren und auf Abstraktes übertragen.

Und der Kognitionsforscher denkt noch weiter: Wenn man einem Computer genau dieses Urmenschliche beibringen könnte, wäre das ein großer Schritt zur Künstlichen Intelligenz. Manche Wissenschaftler glauben sogar, dass Maschinen einen Körper brauchen, um wirklich intelligent zu sein – damit sie eigene Erfahrungen machen können."

www.zeit.de/zeit-wissen/2012/06/Sprache-Worte-Wahrnehmung

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July 13 2017

Aislinnohar
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Aislinnohar
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Aislinnohar
Aislinnohar
Aislinnohar

Massenställe für Bio-Hühner?

Bei Bio-Eiern denken viele an glückliche Hennen auf einem Hühnerhof. Die Realität sieht anders aus: bis zu 3000 Legehennen zusammengepfercht in einem Stall. Bald erlaubt die EU sogar mehr als 12.000 Hühner pro Betrieb.

https://www.tagesschau.de/inland/bio-eier-kommerzialisierung-101.html
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July 07 2017

Aislinnohar
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July 05 2017

Aislinnohar
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Aislinnohar

1.000 Gestalten - G20 Protest






https://1000gestalten.de/+stuttgarter-nachrichten.de

July 04 2017

Aislinnohar
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July 03 2017

Aislinnohar
5006 3c93 500
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July 02 2017

Aislinnohar
9521 248e
Angela und die versehentliche Öffnung der Ehe...
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Aislinnohar
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